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861

Samstag, 4.04.2020, 17:41

Ich würde es etwas anders formulieren. Wir haben ja nachweislich Umsatzeinbrüche und das Unternehmen leidet unter der Krise. Vereinfacht gesagt: Wo keine Autos produziert werden, können wir nicht liefern und da fließt kein Geld. Frage ist aber, ob man als Konzern daran kaputt geht, oder ob man es vielleicht mal ein Jahr aushalten muss, statt z.B. 500 Mio € Gewinn mal mit 200 Mio € auskommen zu müssen. Das ist für mich der Kern. Nur weil den Gesellschaftern oder Aktionären fette Gewinne versprochen wurden, muss man sich staatlicher Hilfen bedienen und dem Steuerzahler in die Tasche packen? Und zu guter letzt alles auf dem Rücken der Mitarbeiter austragen, die jetzt bei 60% bzw 67% zu Hause sitzen? Aufstocken seitens des Unternehmen gibt es nämlich selbstverständlich auch nicht.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »EwigArmine« (4.04.2020, 17:46)


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862

Samstag, 4.04.2020, 18:52

Der Konzern würde auch mit 200 mio anstatt 500 mio Gewinn klar kommen, aber die Aktionäre nicht.

Das das alles nicht wirklich geprüft wird war und ist so bei den Großen.
Bei uns kleinen ist aber schon jetzt sicher, dass die 9-25 tausend Euro Zuschuss bis ins kleinste Detail geprüft und geahndet werden.

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863

Samstag, 4.04.2020, 20:10

Brauche ich doch! Allein schon deshalb weil ich mir in diesem durchgeregelten Deutschland einfach nicht vorstellen kann, daß diese ganzen Verwaltungsvorgänge nicht doch noch irgendwann überprüft werden. Und selbst wenn es dann nur später mal durch investigativen Journalismus geschieht. So sind das bis jetzt für mich nur Behauptungen, auch wenn ich natürlich um die schlechten Seiten skrupelloser Zeitgenossen weiß.

Ich kann dir aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit sagen, dass es genug Unternehmen gibt, die diese Mitnahmemenatlität walten lassen, ich kann es aber aus Datenschutzgründen hier nicht untermauern. Ich kann dir nur garantieren, dass die Arbeitsagentur mit ihren 5 Männeken, die tatsächlich Firmen in Bezug auf Kurzarbeit beraten, derzeit nicht mal mehr raus fahren, aufgrund der Corona-Anweisungen. Da wird minimal bis gar nicht kontrolliert.

Ich Berate seit 3 Wochen jeden Tag entweder einzelne Menschen oder Betriebsräte in Sachen Kurzarbeit und erlebe täglich Dinge, über ich nur den Kopf schütteln kann. Da sind viele Unternehmen, die eigentlich gar keine oder minimale Auftragseinbrüche haben und die trotzdem Kurzarbeit anmelden - übrigens auch gern ohne Aufstockung. Da sind Unternehmen dabei, die jährlich mehr als eine Milliarde umsetzen, jedes Jahr Wachstum generiert haben und jetzt trotzdem ihre Leute mit 60% nach Hause schicken. Dabei will ich auch nicht verschweigen, dass es natürlich auch das Gegenteil gibt.
Es kann passieren, was will: Es gibt immer einen, der es kommen sah!

Ich bin nur für das verantwortlich was ich schreibe und nicht für das, was andere verstehen.

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864

Samstag, 4.04.2020, 20:33

Vielen Dank für klärenden Erläuterungen aus Deiner Erfahrung, Richie. Mein eh schon geringes Vertrauen in die deutsche Bürokratie ist dadurch bestimmt nicht gewachsen.

Mittlerweile bin ich dringend um ein positives Erlebnis verlegen, viel Mist zur Zeit in der großen und meiner privaten Welt.
Mein Heimatverein seit 1966

865

Samstag, 4.04.2020, 23:01

In guten Zeiten dreist Steuern vermeiden und in schlechten ungeniert in die Staatskasse greifen: Das hat bei so einigen Großunternehmen längst System. Wundern darf einen dieses widerliche weil egoistische, unsolidarische Verhalten nicht, schließlich haben wir seit vielen Jahren eine Partei an der Regierungsspitze, die bekanntermaßen gerade den großen Arbeitgebern deutlich wohlgesonnener ist als dem Rest. Da braucht es wahrscheinlich noch nicht einmal die Erpressung in Form von drohenden Entlassungen. Bezahlen darf dieses dann die große Masse. Und Corona wird die Arbeitnehmer und kleineren Unternehmen auch deshalb auf Jahre noch sehr teuer zu stehen kommen.

866

Sonntag, 5.04.2020, 08:09

Eine Bekannte hat einen Friseursalon in einer Altenpflegeeinrichtung, der 2 - 3 Tage in der Woche geöffnet ist, Mietkosten 300,- €, keine Angestellten. Staatliche Unterstützung: 9.000,- €...die freut sich wie Bolle. Das ist nur ein Beispiel. Ein anderes in meinem Umfeld: Beraterfirma in Sachen Finazierungen: Alle Angestellten in Kurzarbeit, arbeiten zu 100% von zu Hause aus...
Es gibt jetzt Mitnahmeeffekte ohne Ende...auch deshalb ist es wichtig, dass es zeitnah weiter geht. Ansonsten kommt nach der Wirtschaftskrise die Finanzkrise und dann...?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pasi« (5.04.2020, 10:05)


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867

Sonntag, 5.04.2020, 09:01

+++ 05:01 Kekulé: "Geisterspiele theoretisch möglich" +++
Virologe Alexander Kekulé hält Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga ab Mai für "rein virologisch möglich". "Man könnte theoretisch die Spiele absichern, das ist möglich", sagte Kekulé im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. "Machbar ist natürlich alles, aber man muss immer überlegen, wie man den Menschen erklärt, dass der Fußball so eine Spezialbehandlung bekommt." Die Bundesliga pausiert derzeit bis mindestens Ende April. Für Geisterspiele müssten die Profis nach Ansicht von Kekulé isoliert und regelmäßig getestet werden. Spiele mit Zuschauern seien in diesem Jahr nicht mehr ernsthaft planbar.
Zudem setzt der Virologe auf Schutzmaßnahmen wie etwa das Tragen von Gesichtsmasken. "Man hätte dann so eine Art spezielle Blase für die Fußballspieler", sagte er.

Auf die Erklärung wäre ich gespannt und darauf wie es wohl aussieht wenn beim Bolzen alle mit Gesichtsmasken rumlaufen.

Die DFL wies den Bericht des Fachmagazins umgehend zurück. "In der DFL-Mitgliederversammlung am vergangenen Dienstag wurden zwei denkbare Szenarien vorgestellt, die zwangsläufig erheblichen Unwägbarkeiten unterliegen", teilte die DFL mit und fügte hinzu: "Die DFL beansprucht für die Bundesliga und 2. Bundesliga keinerlei Sonderrolle in einer Zeit, in der für die gesamte Gesellschaft die Eindämmung des Virus oberste Priorität hat."

Ich lach mich schlapp. Warum beantragen denn die Klubs die Sondergenehmigungen bezüglich Trainings ? Weil die Eindämmung des Virus oberste Priorität hat geht man als leuchtendes Beispiel voran, und bleibt nicht zu Hause und zeigt den Bürgern : Seht her geht doch, ist doch alles nicht so schlimm.

Es ist zum :kotzen:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Stoppa Schulz« (5.04.2020, 09:24)


868

Sonntag, 5.04.2020, 09:21

Beraterfirma in Sachen Finazierungen: Alle Angestellten in Kurzarbeit, arbeiten zu 100% von zu aus...
Verstehe ich das richtig, dass die Kurzarbeit machen und trotzdem arbeiten? Das wäre dann auch noch Sozialversicherungsbetrug. Ist übrigens inzwischen auch eine nicht seltene Masche. Oder meinst Du anteilig KA, den Rest arbeiten?

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869

Sonntag, 5.04.2020, 09:30

Ich empfehle dir Aufzeichnung des ZDF Sportstudios von gestern Abend. Hab es mir gerade angesehen. Prof. Kekule mit Vorschlägen zur Durchführung von Geisterspielen und davor ein Interview mit Hopp zum Stand einer Impfstoffentwicklung.

https://www.zdf.de/nachrichten/sport/coronavirus-fussball-bundesliga-geisterspiele-virologe-kekule-100.html
Meine Jahre der Leidenschaft
Aufstiege:1970,78,80,95,96,99,2002,2004,2013,2015
Abstiege :1972,79,85,98,2000,2003,2009,2011,2014
03.10.1970:Arminia-Bayern1:0;Braun
10.03.1979:Bayern-Arminia 0:4;Eile(2),Graul,Schröder
06.11.1982: Dortmund-Arminia11:1
13.02.2005:Arminia-Bayern 3:1;Porcello,Buckley(2)
11.05.2013:Arminia-Osnabrück1:0;Hille


:arminia: Wir sind Ostwestfalen-stur·hartnäckig·kämpferisch :arminia:

870

Sonntag, 5.04.2020, 10:04

Beraterfirma in Sachen Finazierungen: Alle Angestellten in Kurzarbeit, arbeiten zu 100% von zu aus...
Verstehe ich das richtig, dass die Kurzarbeit machen und trotzdem arbeiten? Das wäre dann auch noch Sozialversicherungsbetrug. Ist übrigens inzwischen auch eine nicht seltene Masche. Oder meinst Du anteilig KA, den Rest arbeiten?
...genau, Betrug.

@Stoppa: Wieso um Himmels Willen willst Du mit aller Macht verhindern, dass Fußballer ihren Beruf ausüben? In sehr vielen anderen Branchen wird doch auch weiter gearbeitet. Wieso vergleichst Du Hobby- und Berufssportler? Wieso siehst Du als angeblicher Fußballfreund nicht, dass dieser Sport eine besondere Rolle in dieser Gesellschaft einnimmt? Wieso kannst Du nicht akzeptieren, dass es tatsächlich noch andere Belange als dieses Virus gibt, die zur Zeit eine Rolle spielen? Ich finde es zum Kotzen, wenn Leute hier den Moralapostel spielen und dafür in Kauf nehmen, dass alles den Bach runter geht.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Pasi« (5.04.2020, 10:16)


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871

Sonntag, 5.04.2020, 11:02

Beraterfirma in Sachen Finazierungen: Alle Angestellten in Kurzarbeit, arbeiten zu 100% von zu aus...
Verstehe ich das richtig, dass die Kurzarbeit machen und trotzdem arbeiten? Das wäre dann auch noch Sozialversicherungsbetrug. Ist übrigens inzwischen auch eine nicht seltene Masche. Oder meinst Du anteilig KA, den Rest arbeiten?
...genau, Betrug.

@Stoppa: Wieso um Himmels Willen willst Du mit aller Macht verhindern, dass Fußballer ihren Beruf ausüben? In sehr vielen anderen Branchen wird doch auch weiter gearbeitet. Wieso vergleichst Du Hobby- und Berufssportler? Wieso siehst Du als angeblicher Fußballfreund nicht, dass dieser Sport eine besondere Rolle in dieser Gesellschaft einnimmt? Wieso kannst Du nicht akzeptieren, dass es tatsächlich noch andere Belange als dieses Virus gibt, die zur Zeit eine Rolle spielen? Ich finde es zum Kotzen, wenn Leute hier den Moralapostel spielen und dafür in Kauf nehmen, dass alles den Bach runter geht.


Ich versuche es nochmal, aber du wirst (willst) es ja doch nicht verstehen.

Weil es das absolut falsche Zeichen in der momentanen Situation ist. Es besteht ein Kontaktverbot für alle, sämtliche DFB Mannschaften dürfen weder trainieren noch spielen (und das sind beileibe nicht alles Hobbykicker), die Nutzung von Spiel und Sportplätzen ist verboten.
In dieser Zeit eine Sondergenehmigung für Profisportler zu erteilen ist einfach falsch.
Zumal überhaupt nicht feststeht wofür dieser ganze Zirkus veranstaltet wird. Wären Geisterspiele (wenn überhaupt könnte man ja wohl nur so spielen) ab dem Zeitpunkt XY genehmigt, könnte man sicher mit einem Vorlauf diese Sondergenehmigungen nachvollziehen um auf diesen Zeitpunkt hin zu trainieren.
Wobei dann immer noch die Regularien für diese Geisterspiele wären. Wenn die Spieler kaserniert, regelmäßig getestet werden sollen, und Gesichtsmasken tragen sollen, wären solche Spiele doch wohl nicht ernsthaft eine Option ?!?
Wer heißt denn gut, das regelmäßig gesunde Profisportler getestet werden, wo es an viel wichtigeren Orten an Tests fehlt, nur um diese Geisterspiele auf Teufel komm raus abwickeln zu können ??
Auch ich wünsche mir das es im Fußball so schnell wie möglich weiter geht, aber nicht zu diesen Konditionen. Alles bitte zu seiner Zeit. Der Virologe hat es doch ausgesprochen. Wie soll man der Bevölkerung diese Sonderbehandlung von Fußballern in Bezug auf die Durchführung von Geisterspielen verkaufen ??
Die DFL will ja nach eigener Aussage keine Extrawurst.
Da es völlig ungeklärt ist ob, wann oder wie solche Spiele ablaufen sollen, ist die Trainingsaufnahme völliger Blödsinn.
Vielleicht kann hier ja mal jemand mitteilen wie es in all den anderen europäischen Fußballligen aussieht. Belgien ist bekannt, hier läßt man die Profis mit Sondergenehmigung wieder trainieren.
In welcher anderen Liga in Europa wird auch wieder trainiert ?? Würde mich wirklich interessieren.

872

Sonntag, 5.04.2020, 11:37

Eine Bekannte hat einen Friseursalon in einer Altenpflegeeinrichtung, der 2 - 3 Tage in der Woche geöffnet ist, Mietkosten 300,- €, keine Angestellten. Staatliche Unterstützung: 9.000,- €...die freut sich wie Bolle.
Wenn das ganze überstanden ist, muss man aber schon nachweisen, dass man das Geld auch wirklich gebraucht hat. Da werden die Finanzämter sicherlich schon genau hinsehen.
Aber das es auch Mitnahmeeffekte gibt ist ja logisch. Das wird sich nie verhindern lassen, erst recht nicht in der jetzigen Situation.
Für immer Arminia!

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873

Sonntag, 5.04.2020, 12:08

Eine Bekannte hat einen Friseursalon in einer Altenpflegeeinrichtung, der 2 - 3 Tage in der Woche geöffnet ist, Mietkosten 300,- €, keine Angestellten. Staatliche Unterstützung: 9.000,- €...die freut sich wie Bolle.
Wenn das ganze überstanden ist, muss man aber schon nachweisen, dass man das Geld auch wirklich gebraucht hat. Da werden die Finanzämter sicherlich schon genau hinsehen.
Aber das es auch Mitnahmeeffekte gibt ist ja logisch. Das wird sich nie verhindern lassen, erst recht nicht in der jetzigen Situation.
Ja bei den Kleinen werden sie das bestimmt, aber wie wollen die bei den großen Firmen so eine Prüfung durchführen, ohne direkt Wirtschaftsprüfer drauf anzusetzen? Zumal gerade Homeoffice eine der Geschichten ist, die niemand wirklich kontrollieren kann. Du schickst den Vertrieb in Kurzarbeit und lässt sie von zu Hause arbeiten - wer soll das wie kontrollieren und merken?
Es kann passieren, was will: Es gibt immer einen, der es kommen sah!

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874

Sonntag, 5.04.2020, 12:31

Ich verstehe dieses "Kontaktverbot" für Profi Fußballer und das Verbot Ihre Arbeitsstätte aufzusuchen nicht wirklich.

Ohne Zuschauer ist für mich Profifußball auch nichts anderes wie Tore bauen oder Schweine schlachten.
Es gibt doch genug große Firmen wo die Mitarbeiter jeden Tag hin und zurückfahren, mit Kollegen zusammen arbeiten und Speisen.
Abends sind sie dann bei Ihren Familien und gehen auch in den Supermarkt.
Alles ganz ohne Test und Theater.

Auch im Handwerk oder in Dienstleistungsbereich arbeite ich doch mit mehreren Kollegen zusammen und das genau so wie vor Corona auch.

Das auch bei Geisterspielen nicht 3000 Fans vor dem Stadion stehen muss man verhindern.
Wenn man das nicht kann, braucht man auch keine Spiele ohne Zuschauer zulassen und kann sich das Training auch sparen.

875

Sonntag, 5.04.2020, 12:34

...Zumal gerade Homeoffice eine der Geschichten ist, die niemand wirklich kontrollieren kann. Du schickst den Vertrieb in Kurzarbeit und lässt sie von zu Hause arbeiten - wer soll das wie kontrollieren und merken?


In der Konstellation von Homeoffice und Kurzarbeit sehe ich jetzt nicht unbedingt einen Widerspruch. Der große Unterschied besteht aber aktuell darin, dass diesmal auch die "kleinen Leute" von der staatlichen Unterstützung profitieren können. Ich gönne jedem Friseur, jeder Kosmetikerin, Floristen und anderen diese Soforthilfen von ganzem Herzen.

Ich stimme auch völlig überein mit den Beiträgen von @Stoppa Schulz und bleibe weiter bei meiner Meinung, dass die Blase Profifußball innerhalb der nächsten Wochen und Monate zerplatzen wird. Alle aktuell angedachten Szenarien um den Ligabetrieb aufrecht erhalten zu können sind an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

Die aktuellen Vorschläge zeigen dagegen einmal mehr, wofür die Profifußballer seit Jahren in der Kritik stehen. Die ganze Entwicklung ist konsequent auf maximalen finanziellen Ertrag ausgerichtet worden und viele Fangruppieren kritisieren zu Recht, dass die Zuschauerinteressen hier stets in den Hintergrund gestellt worden sind. Es hat schon eine gewisse Ironie, wenn sich dieser Profifußball jetzt mit Geisterspielen retten könnte und würde.

876

Sonntag, 5.04.2020, 13:12

Ich bin da auch nach wie vor voll beim Stoppa, und das obwohl ich dem Fußball wirklich sehr sehr nahestehe. Aber gesamtvolkswirtschaftlich muss irgendwann auch mal Schluss sein mit der Wichtigkeit des Fußballs. Ich glaube persönlich, dass die das mit den Geisterspielen durchdrücken und durchziehen werden, aber die Folgen sehe ich als erheblich und katastrophal für unser Land an. Ich würde mir wünschen, dass so mancher hier mal über den Tellerrand des Fußballs hinausschaut und zwar nicht nur soweit, dass die Leute bessere Laune haben, wenn sie Fusi gucken.

Wie dem auch sei, wir können uns die Finger wundschreiben und die Köpfe einschlagen, wir werden es nicht beeinflussen. Und das ist auch gut so.

877

Sonntag, 5.04.2020, 13:19

Ich verstehe dieses "Kontaktverbot" für Profi Fußballer und das Verbot Ihre Arbeitsstätte aufzusuchen nicht wirklich.

Ohne Zuschauer ist für mich Profifußball auch nichts anderes wie Tore bauen oder Schweine schlachten.
Es gibt doch genug große Firmen wo die Mitarbeiter jeden Tag hin und zurückfahren, mit Kollegen zusammen arbeiten und Speisen.
Abends sind sie dann bei Ihren Familien und gehen auch in den Supermarkt.
Alles ganz ohne Test und Theater.

Auch im Handwerk oder in Dienstleistungsbereich arbeite ich doch mit mehreren Kollegen zusammen und das genau so wie vor Corona auch.

Das auch bei Geisterspielen nicht 3000 Fans vor dem Stadion stehen muss man verhindern.
Wenn man das nicht kann, braucht man auch keine Spiele ohne Zuschauer zulassen und kann sich das Training auch sparen.


Bin da zu großen Teilen bei dir. Und möchte diesen Trainingsbetrieb auf deren Vereins Betriebsstätte gerne mal um die Produktionskette in einer Fertigung erweitern, bzw. vergleichen.

Der jeweilige Betrieb sorgt - schon aus Eigeninteresse - dafür, dass den Mitarbeitern klare Vorgaben mit auf den Weg gegeben werden um eine Gefahr der Verbreitung durch unnötig engeren Mitarbeiterkontakt untereinander weitest möglich zu minimieren. So als eine Art "kleines Einmaleins" in der aktuellen Situation. Ich gehe dabei jetzt beispielhaft von der Situation an meinem Arbeitsplatz - mit regelmäßigem MA Kontakt - aus. Wenn es dort gelingt, warum sollte es dann nicht zuletzt auch auf das Training von Fussballprofis zutreffen?
Ja dort sollte es gar weitaus einfacher zu händeln sein als in den Unternehmen, was die Sensibilisierung der MA (Spieler + Staff) und deren räumlicher Trennung in der realen Produktionskette angeht. Zumal es sich dabei ja um eine kleinere Gruppe auf weitaus größerem Raum geht.

Wie man danach mit Vertrieb / der Bereitstellung des Endproduktes (dem Spiel) umgeht steht dann noch auf einem anderen Blatt. Aber am Beginn der Fertigungskette sollten auch für die produzierenden MA (in dem Fall die Fußballprofis) die gleichen Maßstäbe gelten wie für jeden anderen der von mir beispielhaft gewählten MA auch.

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878

Sonntag, 5.04.2020, 13:35

Ich verstehe dieses "Kontaktverbot" für Profi Fußballer und das Verbot Ihre Arbeitsstätte aufzusuchen nicht wirklich.

Ohne Zuschauer ist für mich Profifußball auch nichts anderes wie Tore bauen oder Schweine schlachten.
Es gibt doch genug große Firmen wo die Mitarbeiter jeden Tag hin und zurückfahren, mit Kollegen zusammen arbeiten und Speisen.
Abends sind sie dann bei Ihren Familien und gehen auch in den Supermarkt.
Alles ganz ohne Test und Theater.

Auch im Handwerk oder in Dienstleistungsbereich arbeite ich doch mit mehreren Kollegen zusammen und das genau so wie vor Corona auch.

Das auch bei Geisterspielen nicht 3000 Fans vor dem Stadion stehen muss man verhindern.
Wenn man das nicht kann, braucht man auch keine Spiele ohne Zuschauer zulassen und kann sich das Training auch sparen.



Es gibt kein Kontaktverbot für Profifußballer mit einem Verbot die Arbeitsstätte aufzusuchen. Das Kontaktverbot gilt für das ganze Land. Das auch in nicht lebensnotwendigen Betrieben weitergearbeitet wird als ob es das Virus nicht gäbe, mit allen von Dir aufgezeigten Folgen, sind genau der Grund warum uns täglich tausende Neuinfektionen gemeldet werden.

Wer und warum entscheidet (es sind natürlich unsere Politiker) weiß ich im Einzelnen nicht. Für mich steht aber fest : Es gibt Arbeitsstellen die wir unbedingt brauchen, und wo ich denen die täglich dort arbeiten sehr, sehr dankbar bin. Und es gibt momentan sicherlich Betriebe die arbeiten wo ich nicht nachvollziehen kann (z.B. Tore bauen) ob das unbedingt so sein muss. Die Infektionsgefahr bei solchen Arbeiten sollte meiner Meinung durch Verbot vermieden werden. Aber das haben ja nun mal andere zu entscheiden.

Laut DFL stellt man ja eine Ware her und sieht sich auf Augenhöhe mit dem Automobilbau und Flugzeugindustrie.
"Seifert nannte den Fußball am Dienstag in einem Atemzug mit der Automobil- und Flugzeugbranche, zwei Schlüsselindustrien hierzulande: "Autos lassen sich nicht zu Hause bauen, Flugzeuge fliegen nicht im virtuellen Raum, und letztlich gilt es auch für den Profifußball: Er kann nur funktionieren, wenn er gespielt wird", sagte er."

Auf dieser Augenhöhe, in dieser Gesellschaft sieht sich der Fußball. Dabei ist das wirtschaftlich betrachtet ein Witz: Der Gesamtumsatz der Bundesliga 2019 lag laut DFL-Wirtschaftsreport bei 3,81 Milliarden Euro, das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland zur gleichen Zeit bei 3,44 Billionen Euro. Der Bundesliga-Fußball machte demnach nur 0,11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die Autoindustrie dagegen liegt bei vier Prozent des BIP.

Das zum Thema Wichtigkeit des Profifußballs.

Da momentan überhaupt nicht feststeht ob, wann oder wie in Zukunft gespielt werden soll, sind diese Trainingsaufnahmen per Sondergenehmigung zu diesem Zeitpunkt für mein Empfinden unverantwortlich. Was für ein Zeichen an den Rest der Nation.

Und hier bitte nochmals nachlesen was und wie es aussehen könnte wenn man über Geisterspiele nachdenkt :

Arzt Kekulé zu Bundesliga-Geisterspielen: "Rein virologisch wäre es lösbar"

05.04. - 00:26
Neun Spieltage stehen allein in der Bundesliga in der wegen der Corona-Krise unterbrochenen Saison 2019/20 noch aus. Ein Mammutprogramm, das wohl nur noch mit Geisterspielen zu stemmen ist. Dass das gelingen kann, hat Arzt und Virologe Alexander Kekulé nun gedanklich durchgespielt.
Virologe Kekulé hält eine Fortsetzung der Bundesliga noch im kommenden Mai für möglich. "Machbar ist alles", sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale im "Aktuellen Sportstudio" des "ZDF": "Man kann sich überlegen, wie man die Bundesliga-Spieler speziell absichert, dass sie in der Lage sind zu spielen."
Für die Spieler sei dies aber mit drakonischen Maßnahmen verbunden. "Man müsste für sie selbst den Lockdown verlängern. Sie müssten privat unter besonderen Sicherheitsbedingungen weiterleben. Die ganze Mannschaft müsste in eine Art Spezialquarantäne. Außerdem müsste man sie vor jedem Spiel neu testen", sagte Kekulé. Insgesamt bräuchte man bei diesem Vorhaben insgesamt bis zum Saisonende ungefähr 20.000 Tests.
Man müsse auch berücksichtigen, dass die Spieler nicht zur Risikogruppe gehören, sagte der 61-Jährige: "Rein virologisch wäre das Problem deshalb lösbar. Aber nur, wenn man eine Art spezielle Blase für die Fußballspieler schafft." Die Frage wäre nur, wie man diese Spezialbehandlung der Fußballer der Gesellschaft erkläre, wenn es ganz vielen anderen Leuten draußen schlecht gehe.
Nach Ansicht von Kekulé könnten Fußballspiele im gesamten Jahr 2020 - er nannte bei seinen Einschätzungen neben der 1. Liga auch das deutsche Unterhaus - überhaupt nur noch vor Geisterkulissen stattfinden. "Ich würde für dieses Jahr nichts mehr planen mit Publikum", sagte der Virologe. "Da wäre ich pessimistisch. Es sieht nicht so aus, als könnten wir dieses Jahr so etwas noch ernsthaft ins Auge fassen."

Mehr kann ich zu meiner Sicht der Dinge nicht sagen. Für mich dürfte diese Saison nicht mehr weitergehen. Die bisherigen Spiele der Saison sind in meinen Augen fair abgelaufen (eventuell bis auf das Geisterspiel MG). Also sollte man die erreichten Ergebnisse so werten wie sie sind ( Meister, Teilnehmer an externen Wettbewerben, Ab.- und Aufsteiger stehen fest. Offen wäre die Relegationen der Ligen sowie der DFB Pokal (den könnte man auch mal streichen). Natürlich würde das den einige Vereine positiv und andere negativ treffen. Aber nochmal die Saison bis hierhin ist halt mit den aktuellen Tabellenständen fair entstanden. warum sollte man das nicht akzeptieren können ?

Bezüglich der Fernsehgelder müßte und wird man bestimmt Lösungen finden. Diesen Rechteverwertern ist bestimmt nicht daran gelegen einige Vereine in Zukunft nicht mehr zu sehen. Der Zirkus muß ja weitergehen. Ich hoffe nur das wir alle diese Schei... gesund überstehen und das der Fußball in Zukunft dann in (finanziell) vernünftigeren Bahnen verläuft.

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Sonntag, 5.04.2020, 13:45

Ich bin auch auf der Seite, den Fußball nicht isoliert, sondern im Gesamtzusammenhang zu sehen. Und da erkenne ich keine größere Gefahr als bei all den anderen Betrieben, die weiter arbeiten. Die Baustellen laufen weiter, osteuropäische Arbeiten verbringen teils die Osterferien auf den Baustellen weil sie nicht nach Hause können. Saisonarbeiter werden eingeflogen damit wir unseren exklusiven Spargel Fetisch nachgehen können. Aktuell gibt es viele Dinge die nicht glatt laufen, es ist eben eine nie dagewesene Situation und da findet man immer Leute die Fehler machen. Aber immerhin gibt es Leute, die in dieser Zeit anpacken auch auf die Gefahr hin, in der retrospektive dann was falsch gemacht zu haben.
Jetzt zum Fußball, dass Vereinsfußball allgemein mehr ist als das Profiteam und auch mehr als der (zurecht) kritisierte Kommerz ist hier doch wohl Konsens. Wir müssen zu einem gesunden pragmatismus zurückkehren, damit dieses Kulturgut nicht zum großen Teil ausstirbt (Stichwort 13 von 36). Und ich glaube schon, dass es letztlich auch moralisch zu vertreten ist mit ärztlicher und politischer Rückendeckung wieder zu spielen. Es muss nach und nach neben der Wirtschaft auch der Kulturbetrieb in vertretbarem Maße wieder hochgefahren werden, sonst brechen jahrzehntelange Strukturen unwiderruflich weg. Da wird es Mittel und Wege geben, wie Isolation der älteren etc. und erste medikamentöse Ansätze gibt es ja anscheinend auch. Ich bin jedenfalls, sofern die entscheidenden Leute das vertretbar abnicken, für den Start der Geisterspiele Anfang Mai.

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Sonntag, 5.04.2020, 14:02

Ich verstehe dieses "Kontaktverbot" für Profi Fußballer und das Verbot Ihre Arbeitsstätte aufzusuchen nicht wirklich.

Ohne Zuschauer ist für mich Profifußball auch nichts anderes wie Tore bauen oder Schweine schlachten.
Es gibt doch genug große Firmen wo die Mitarbeiter jeden Tag hin und zurückfahren, mit Kollegen zusammen arbeiten und Speisen.
Abends sind sie dann bei Ihren Familien und gehen auch in den Supermarkt.
Alles ganz ohne Test und Theater.

Auch im Handwerk oder in Dienstleistungsbereich arbeite ich doch mit mehreren Kollegen zusammen und das genau so wie vor Corona auch.

Das auch bei Geisterspielen nicht 3000 Fans vor dem Stadion stehen muss man verhindern.
Wenn man das nicht kann, braucht man auch keine Spiele ohne Zuschauer zulassen und kann sich das Training auch sparen.


Bin da zu großen Teilen bei dir. Und möchte diesen Trainingsbetrieb auf deren Vereins Betriebsstätte gerne mal um die Produktionskette in einer Fertigung erweitern, bzw. vergleichen.

Der jeweilige Betrieb sorgt - schon aus Eigeninteresse - dafür, dass den Mitarbeitern klare Vorgaben mit auf den Weg gegeben werden um eine Gefahr der Verbreitung durch unnötig engeren Mitarbeiterkontakt untereinander weitest möglich zu minimieren. So als eine Art "kleines Einmaleins" in der aktuellen Situation. Ich gehe dabei jetzt beispielhaft von der Situation an meinem Arbeitsplatz - mit regelmäßigem MA Kontakt - aus. Wenn es dort gelingt, warum sollte es dann nicht zuletzt auch auf das Training von Fussballprofis zutreffen?
Ja dort sollte es gar weitaus einfacher zu händeln sein als in den Unternehmen, was die Sensibilisierung der MA (Spieler + Staff) und deren räumlicher Trennung in der realen Produktionskette angeht. Zumal es sich dabei ja um eine kleinere Gruppe auf weitaus größerem Raum geht.

Wie man danach mit Vertrieb / der Bereitstellung des Endproduktes (dem Spiel) umgeht steht dann noch auf einem anderen Blatt. Aber am Beginn der Fertigungskette sollten auch für die produzierenden MA (in dem Fall die Fußballprofis) die gleichen Maßstäbe gelten wie für jeden anderen der von mir beispielhaft gewählten MA auch.

Ich bin auch auf der Seite, den Fußball nicht isoliert, sondern im Gesamtzusammenhang zu sehen. Und da erkenne ich keine größere Gefahr als bei all den anderen Betrieben, die weiter arbeiten. Die Baustellen laufen weiter, osteuropäische Arbeiten verbringen teils die Osterferien auf den Baustellen weil sie nicht nach Hause können. Saisonarbeiter werden eingeflogen damit wir unseren exklusiven Spargel Fetisch nachgehen können. Aktuell gibt es viele Dinge die nicht glatt laufen, es ist eben eine nie dagewesene Situation und da findet man immer Leute die Fehler machen. Aber immerhin gibt es Leute, die in dieser Zeit anpacken auch auf die Gefahr hin, in der retrospektive dann was falsch gemacht zu haben.
Jetzt zum Fußball, dass Vereinsfußball allgemein mehr ist als das Profiteam und auch mehr als der (zurecht) kritisierte Kommerz ist hier doch wohl Konsens. Wir müssen zu einem gesunden pragmatismus zurückkehren, damit dieses Kulturgut nicht zum großen Teil ausstirbt (Stichwort 13 von 36). Und ich glaube schon, dass es letztlich auch moralisch zu vertreten ist mit ärztlicher und politischer Rückendeckung wieder zu spielen. Es muss nach und nach neben der Wirtschaft auch der Kulturbetrieb in vertretbarem Maße wieder hochgefahren werden, sonst brechen jahrzehntelange Strukturen unwiderruflich weg. Da wird es Mittel und Wege geben, wie Isolation der älteren etc. und erste medikamentöse Ansätze gibt es ja anscheinend auch. Ich bin jedenfalls, sofern die entscheidenden Leute das vertretbar abnicken, für den Start der Geisterspiele Anfang Mai.


Und Du würdest akzeptieren das eventuell für diese Spiele 20000 Test verballert werden ?