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1

Sonntag, 12.11.2006, 23:57

Arminia in der Presse

Heute ist ein netter Artikel von Philipp Köster bei Spiegel Online.
Zum genießen:

"Arminia vor den Krisen-Bayern"

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,447936,00.html

Da dieser Link hier schon zig mal geposted wurde, benenne ich diese Tread jetzt in 'Arminia in der Presse' um. Somit könnt ihr alle Artikel, die nicht in andere Threads passen, weil sie sich nicht nur auf ein Spiel oder einen Spieler beziehen, hier rein kopieren.Wir haben ja schließlich auch einen Arminia im TV-Thread.
Grüße, Suomi.
__________________________________________________
Sein Markenzeichen war die "Butterbürste" (eine Art Frisur)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Suomi« (13.11.2006, 15:42)


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2

Montag, 13.11.2006, 17:37

Die graue Maus war gestern

München - In der Sesamstraße gab es einst ein Spiel, das hieß: Was passt nicht in diese Reihe? Bei Auswahlmöglichkeiten wie Stuhl, Bett, Tisch und Maus war die Antwort meistens einfach. Und auch bei Stuttgart, Bremen, Schalke, Bayern und Bielefeld muss man nicht lange überlegen.

Auf einem Europapokal-Platz hätte wohl kaum jemand die Arminia nach zwölf Spieltagen erwartet.
Mit 19 Punkten liegen die Ostwestfalen nur einen Zähler hinter dem FC Bayern, der mit einem 2:1 von der Alm nach München zurückgeschickt wurde.

Bielefeld hat den besten Saisonstart seit mehr als 20 Jahren hingelegt. 1983 und '84 führten Horst Köppel und Karl-Heinz Feldkamp die Arminia am Ende auf Platz acht.
Unter Thomas von Heesen ist Arminia in dieser Saison seit sieben Spielen ungeschlagen. Trotz des Vereinsrekords beharrt der Trainer auf dem vor der Saison ausgegebenen Ziel.
Ihn interessiere nur, dass Arminia am Saisonende nicht einen der drei hinteren Plätze belegt, "alles andere ist mir herzlich egal", sagt der Coach, der zuletzt immer wieder mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht worden ist.

"Nicht der Einzelne steht im Vordergrund, sondern die ganze Mannschaft, der ganze Kader", sagt Artur Wichniarek zu Sport1.de, "auch die Menschen, die die Wäsche in der Kabine auslegen und natürlich auch der Trainer".
Dass der Pole nach seiner Rückkehr aus Berlin zu alter Stärke zurückgefunden hat und mit fünf Tore Bielefelds erfolgreichster Torjäger ist, ist einer der Gründe für den Aufschwung.
Spaß bei harter Arbeit
"Wir sind eine Einheit. Das ist unser Erfolgsrezept", meint auch Marcel Ndjeng, der in Frankfurt das 3:0 erzielte. "Das Tor war fantastisch", schwärmte von Heesen, der Ndjeng vom SC Paderborn zu dieser Saison ins benachbarte Bielefeld gelotst hatte.
Die ganz großen Namen sucht man vergebens, aber Spieler wie Kapitän Matthias Hain, Petr Gabriel, Rüdiger Kauf und Jörg Böhme sind erfahren und wissen, was es heißt zu malochen.
"Wir versuchen es mit harter Arbeit und Spaß dabei", meint von Heesen, der den Kader in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert hat.

Mit Subisiso Zuma, der verletzungsbedingt die ersten fünf Spiele verpasst und nun schon dreimal getroffen hat, und dem letztjährigen Zweitliga-Torschützenkönig Christian Eigler hat von Heesen gute Alternativen in der Offensive.
Wenn die lange verletzten Abdelaziz Ahanfouf und Fatmir Vata zurückkommen, wird die Arminia noch schwerer auszurechnen sein.
Gedanken an den Uefa-Cup
"Warum sollen wir das Wort Uefa-Cup in der Kabine nicht in den Mund nehmen?", fragte Abwehr-Ass Heiko Westermann nach dem 3:0-Sieg in Frankfurt.
"Möglichst schnell vierzig Punkte sammeln", will Artur Wichniarek. "Was danach kommt - da lassen wir uns überraschen."
Was auch passieren wird, eins ist klar: Das Image der grauen Maus haben die Bielefelder abgelegt.

Thorsten Mesch

gesehen bei sport1.de
LEIDENSCHAFT KOMMT VON LEIDEN !!!! :arminia:

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3

Montag, 13.11.2006, 18:07

Noch ein Netter Artikel...
Für den Klimawandel!

4

Montag, 13.11.2006, 23:00

Hallo und schöne Grüsse mal wieder aus Berlin.

Die Hauptstadtpresse sorgt sich sehr um TvH und erinnert an seine swb Wurzeln.


Tagesspiegel[URL=http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/1113/sport/0045/index.html?group=berliner-


(13.11.2006)
Die Welt zu Gast in Ostwestfalen
Mathias Klappenbach rät Bielefelds Trainer zum Bleiben




Der local hero verspürt oft den Drang, sein Nest, in dem er alles erreicht hat, zu verlassen und in der Ferne das noch größere Glück zu suchen. Bielefeld liegt in Ostwestfalen, Provinz. Wer dort für die Arminia überdurchschnittlich spielt, ist schnell ein Held. Und hat damit die Chance, woanders, bei einem größeren Klub einen Vertrag zu bekommen. Um dort dann zu scheitern. Viele, die Bielefeld zum Erfolg der vergangenen Jahre verholfen haben, sind zuletzt andernorts untergegangen.

Beispiele dafür sind Artur Wichniarek, der bei Hertha BSC immer neben das Tor zielte und nach seiner Rückkehr wieder für die Arminia trifft. Die als kommende Nationalspieler gehandelten Verteidiger Benjamin Lense und Matthias Langkamp spielen entweder gar nicht mehr oder in der Schweiz. Wie Stürmer Delron Buckley, der erst bei Borussia Dortmund unterging und dann zum FC Basel floh. Und als die Bielefelder Fans „Lass’ die Finger von Owomoyela“ sangen, ahnten sie wohl, dass selbst ihr Nationalspieler in Bremen auf der Bank landen wird.

Der local hero schlechthin aber ist Thomas von Heesen. Er schoss Arminia als Spieler zurück in die Bundesliga, half in schwieriger Zeit als Manager und entwickelte als Trainer den Stil, mit dem sein zwischenzeitlicher Nachfolger Uwe Rapolder – der dann in Köln scheiterte – unter dem Label Konzeptfußball großes Aufsehen erregte. Die Mannschaft betont fast täglich, dass die erstaunlichen Erfolge das Verdienst von Heesens sind. Deshalb will Borussia Dortmund das Risiko eingehen, es in der nächsten Saison mit dem Provinzhelden zu versuchen. Doch wenn es so weitergeht, hat der local hero Bielefelds bald eine ungeahnte Option, diesem tragischen Schicksal zu entgehen. Die Provinz selbst könnte zum Schauplatz großer Erfolge werden.


(13.11.2006)
Die Welt zu Gast in Ostwestfalen
Mathias Klappenbach rät Bielefelds Trainer zum Bleiben




Der local hero verspürt oft den Drang, sein Nest, in dem er alles erreicht hat, zu verlassen und in der Ferne das noch größere Glück zu suchen. Bielefeld liegt in Ostwestfalen, Provinz. Wer dort für die Arminia überdurchschnittlich spielt, ist schnell ein Held. Und hat damit die Chance, woanders, bei einem größeren Klub einen Vertrag zu bekommen. Um dort dann zu scheitern. Viele, die Bielefeld zum Erfolg der vergangenen Jahre verholfen haben, sind zuletzt andernorts untergegangen.

Beispiele dafür sind Artur Wichniarek, der bei Hertha BSC immer neben das Tor zielte und nach seiner Rückkehr wieder für die Arminia trifft. Die als kommende Nationalspieler gehandelten Verteidiger Benjamin Lense und Matthias Langkamp spielen entweder gar nicht mehr oder in der Schweiz. Wie Stürmer Delron Buckley, der erst bei Borussia Dortmund unterging und dann zum FC Basel floh. Und als die Bielefelder Fans „Lass’ die Finger von Owomoyela“ sangen, ahnten sie wohl, dass selbst ihr Nationalspieler in Bremen auf der Bank landen wird.

Der local hero schlechthin aber ist Thomas von Heesen. Er schoss Arminia als Spieler zurück in die Bundesliga, half in schwieriger Zeit als Manager und entwickelte als Trainer den Stil, mit dem sein zwischenzeitlicher Nachfolger Uwe Rapolder – der dann in Köln scheiterte – unter dem Label Konzeptfußball großes Aufsehen erregte. Die Mannschaft betont fast täglich, dass die erstaunlichen Erfolge das Verdienst von Heesens sind. Deshalb will Borussia Dortmund das Risiko eingehen, es in der nächsten Saison mit dem Provinzhelden zu versuchen. Doch wenn es so weitergeht, hat der local hero Bielefelds bald eine ungeahnte Option, diesem tragischen Schicksal zu entgehen. Die Provinz selbst könnte zum Schauplatz großer Erfolge werden.




zeitung;sgroup=;day=today;suchen=1;keywords=Arminia-Bielefeld;search_in=archive;match=strict;author=;ressort=;von=11.11.2006;bis=13.11.2006;mark=bielefeld%20arminia]Berliner Zeitung[/URL]

Effektiver Spaßfußball
Arminia Bielefeld entpuppt sich als positive Überraschung
13.11.2006

Sport - Seite 17

Tobias Schächter

FRANKFURT A. M. Es gab ja schon einmal eine Zeit, in der Arminia Bielefeld als schillernd zu bezeichnen, nicht zwangsläufig eine Diskussion über einen hinterfragenswürdigen Geisteszustand nach sich gezogen hat: Stars wie Fritz Walter, Armin Eck oder Thomas von Heesen heuerten einst in Bielefeld an und die Arminia ging als großer Favorit in die Saison. Die drittklassige Regionalliga erlebte damals ihren Startschuss und Spieler von Vereinen wie dem pfälzischen Dorfklub SC Hauenstein sahen staunt den Legenden aus der ersten Bundesliga zu, als diese auf ihrem Sportplatz die Punkte nach Ostwestfalen mitnahmen. Das ist mehr als zehn Jahre her und die Arminia ist seitdem wieder in die erste Bundesliga auf-, und wieder ab- und dann wieder aufgestiegen.

Sieben Spiele ungeschlagen

Den Ruch des ewigen Abstiegskandidaten in Liga eins ist der Klub seitdem nicht losgeworden. Auch vor dieser Saison nicht, die immerhin die bereits dritte hintereinander ist. Doch nach dem zwölften Spieltag wird sich kein Beobachter Hohn ausgesetzt sehen, der wie Frankfurts Manager Heribert Bruchhagen über die Arminia im Herbst 2006 sagt: "Bielefeld spielt wie ein Tabellenfünfter." Nach 12 Spieltagen steht Arminia tatsächlich mit 19 Punkten auf jenem Rang, der zur Teilnahme am Uefa-Cup berechtigt. Seit sieben Spielen ist diese Mannschaft nun schon ungeschlagen - Vereinsrekord. Am Sonnabend, beim hochverdienten 3:0 in Frankfurt, war verblüffend zu beobachten, wie chancenlos die Eintracht gegen diese außergewöhnlich system-, ball- und kombinationssicheren Bielefelder war.

Arminias Trainer Thomas von Heesen lobte: "Meine Mannschaft hat in der ersten Halbzeit auf sehr hohem taktischen Niveau gespielt." Es war beeindruckend, wie diszipliniert sich die Bielefelder an die vorgegebenen Abläufe hielten. "Die Laufwege und Strukturen sind so einstudiert, dass jeder genau weiß, was er machen muss. Das gibt uns enorme Sicherheit", erklärt Linksverteidiger Markus Schuler. Die beachtliche Entwicklung dieser Mannschaft, die neben detailgetreuer Abwehr auch furiose Offensivakzente setzen kann, ist enorm.

"Unser Erfolg ist harter Arbeit über die letzten zweieinhalb Jahre geschuldet", sagt von Heesen, der als Trainer die gleiche Mentalität auf seine Mannschaft überträgt, die ihn einst als torgefährlichen Mittelfeldspieler des HSV auszeichnete: "Wir wollen Fußball spielen, der effektiv ist, Spaß macht und nicht destruktiv ist." Die Tore beim ersten Auswärtssieg der Saison, durch den wiedererstarkten Artur Wichniarek (26.), den überragenden Sprinter Sibusiso Zuma (63.) und den eingewechselten Marcel Ndjeng 3:0 (84.), entsprangen nicht zufällig einer Kombination aller Elemente dieser Vision einer selbstbewusst formulierten offensiven Spielausrichtung.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Block9« (13.11.2006, 23:12)


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5

Freitag, 24.11.2006, 16:58

Ein Nostalgie-Artikel aus der taz von gestern:

Zitat

Beobachtungen im Speckgürtel
FRITZ TIETZ macht sich so seine Gedanken über die sportive Bedeutung eines automatischen Garagentors

In einem TV-Bericht neulich über Christoph Daums spektakulöse Inthronisierung beim 1. FC Köln war in einigen Ausschnitten auch des Trainers Privathaus zu sehen. Keine Ahnung, wo genau in Köln sich dieses offenbar recht stattliche Gebäude befindet. Anscheinend in einem eher ruhigen und jedenfalls besseren Wohnviertel, wie man so sagt. So viel immerhin ließ sich aus den paar Bildern schließen von Daums architektonischem Albtraum in Weiß, wie er für die im Maklersprech als Toplagen apostrophierten Speckgegenden deutscher Großstädte so typisch ist. In solchen Bauten wohnen gemeinhin Leute wie du vielleicht, aber ich nicht: gehobene Mittelständler, Emporkömmlinge, Neureiche, Freizeitgolfer, Zahnärzte, Zuhälter, mittleres Management. Und eben auch der frisch installierte Fußballtrainer des 1. FC Köln.

Dramaturgischer Höhepunkt besagten Berichts war übrigens ein, wenn auch nur kurzer Auftritt Seiner Durchknall selbst. Hektisch aufgerissenen Auges sah man Daum da im Mercedes rückwärts aus der Garage seines Anwesens kommen. Dann ließ er das Seitenfenster ein Stück weit runter. Jedoch nicht, wie ich zunächst annahm, um der zahlreich wartenden Journaille ein Statement zu geben, sondern bloß um eine kleine Fernbedienung aus dem Fensterspalt zu halten und diese einmal sehr energisch zu drücken. Und siehe da, wie von Geisterhand bewegt, schloss sich daraufhin das Garagentor. Daum aber ließ anschließend die Seitenscheibe wieder hoch und fuhr davon.

Schon lange her, als auch ich mich einmal vor dem Haus eines Fußballstars herumdrückte. Das Statussymbol Garagentorfernbedienung gab es da aber noch nicht. 1971 muss das gewesen sein. Ich war zwölf Jahre alt und Arminia Bielefeld, gerade erstmals in die Bundesliga aufgestiegen, mein über alles geschätzter Verein, denn ich lebte in dieser Stadt und die Alm, das Stadion, lag keine 30 Minuten Fußweg von meinem Elternhaus entfernt. Kaum ein Heimspiel, das ich verpasste. Meine Helden hießen Ernst "Jonny" Kuster, Gerd Siese oder Gerd Roggensack, um nur drei Arminen zu nennen. Ihnen konnte man übrigens nicht nur an den Spieltagen auf'm Platz, sondern häufig auch unter der Woche in der Stadt begegnen. Vom Vollprofitum weit entfernt, gingen die meisten Spieler damals noch einem Brotberuf nach.

Torwart Siese etwa war Malermeister mit einem eigenen Betrieb. Oft genug sah man ihn in seinem Firmenwagen, einem blauen Kasten-R 4 herumkacheln. Unvergessen, wie ich ihn einmal, angetan mit einem Malerkäppi auf dem gelockten Dez, irgendwo in der Stadt einen Fensterrahmen streichen sah. Natürlich bin ich gleich da hin und guckte ihm so lange bei der Malerarbeit zu, bis er mich endlich wahrnahm und, freundlich mit dem Pinsel winkend, herübergrüßte. Mittelstürmer Jonny Kuster war Bademeister. Im Sommer schob er in unserem Freibad und im Winter auch im städtischen Hallenbad Beckenwache. Einmal bin ich, obwohl es verboten war, vor seinen Augen vom Seitenrand aus ins Tiefe gesprungen, nur um der Ehre willen, vom Bielefelder Torschützenkönig persönlich aus dem Wasser gepfiffen zu werden und eine Standpauke von ihm zu erhalten - die mir der knorrige Mann dann auch in bester Bademeistermanier erteilte.

Ich weiß nicht, was Gerd Roggensack damals hauptberuflich machte, aber er wohnte praktisch in der Nachbarschaft, in einem eher schmucklosen Hochhaus am Ende einer Sackgasse in unserer damals überwiegend kleinbürgerlich geprägten Gegend. Dort drückte ich mich gelegentlich mit meinen Kumpeln herum, und ab und an konnten wir Roggensack tatsächlich aus dem Haus kommen sehen. Zu Fuß selbstverständlich und immer vorwärts und nicht etwa rückwärts mit dem Auto, denn eine ins Haus integrierte Garage gab es da natürlich nicht. So konnten wir ihm freiweg den almüblichen Schlachtruf "Zickzack Roggensack" entgegenschleudern. Der Bielefelder Stürmerstar aber pflegte diese Huldigungen seiner kleinen Fans immer sehr leutselig entgegenzunehmen. Roggensack nickte uns freundlich zu. Manchmal sprach er sogar ein paar Takte mit uns.

Quelle: taz
Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muss sie zum Angriff übergehen.

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Samstag, 9.12.2006, 16:44

in der 11 Freunde steht ein schöner Kommentar von einem seriösen Spiegelreporter zu Arminia! sehr fein und sagt alles aus... ;)
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Donnerstag, 28.12.2006, 19:25

Arminia taucht im SPIEGEL auf....wer ist Lars-Olav Beier

Liebe Arminen! Ich dachte, ich traue meine Augen nicht! Im (noch aktuellen) SPIEGEL (52/06) äußert sich ein gewisser Lars-Olav Beier im "Szene-Rückblick 2006" in der Rubrik Kultur folgender Massen:

Auf der Seite sollen alle SPIEGEL-Kultur-Kritiker sich zum vergangenen Jahr äußern (was war der beste Film, was das beste Buch usw.). Herr Beier, der demnach auch für den SPIEGEL zu schreiben scheint, sagt zu der Frage, welches das "nicht ausreichend gefeierte KUNSTWERK (!) des Jahres" war:

Zitat: Jonas Kampers Freistoßtor zum 2-1 Sieg von Arminia Bielefeld über Bayern München"

YEAH!!!!! Was sagt man dazu?! Ich bin begeistert! Weiss einer von euch, wer dieser Herr ist?
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8

Donnerstag, 28.12.2006, 21:00

Geboren ist er schonma in Bielefeld, den Rest findest Du vll auch bei Google raus ;)

Ich mach es einfach wie Gott:
Der schaut auch nur ganz selten mal vorbei und hat trotzdem ein gutes Image.

DamonAlbern

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9

Freitag, 29.12.2006, 00:20

Also wenn man schon mit Georg Seeßlen ein Buch über Alfred Hitchcock veröffentlicht (die Publizisten würdigen das Werk des unerreichten Meisters des Spannungskinos) hat, dann kann das Kamper Tor auch nur das >Kunstwerk des Jahres< sein... ;)

einherrengeideck

unregistriert

10

Dienstag, 9.01.2007, 00:33

als ich das letztens zufällig im mellow las, flog mir auch fast vor freude die kräuterlimo aus der hand:-)

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11

Mittwoch, 10.01.2007, 13:43

ja, auf jeden! Leider hat bisher keiner rausgefunden, wer der nette Herr ist, der so auf uns aufmerksam gemacht hat...
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Mittwoch, 10.01.2007, 14:37

Ja sorry, aber was willst Du denn noch über ihn wissen? Der Mann hat mehrere Bücher geschrieben und ist dementsprechend bekannt. Bei Google hat er 864 Entsprechungen. Lies die doch alle mal durch.
Noch 102 Punkte!


Die Philosophen haben die Verhältnisse nur verschieden interpretiert. Es kommt aber darauf an, sie zu ändern.



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13

Samstag, 13.01.2007, 18:54

In der aktuellen Ausgabe der "TV Digital- tividi" wird in einer Bundesligavorschau Werner Hansch gefragt, wer denn die Überraschung in der Hinserie sei...:
"Arminia Bielefeld. Es ist schon erstaunlich, was Thomas von Hessen - für mich der Trainer der Hinrunde- auf finanziell kleinen Niveau erreicht hat. Das ist toll. Kompatheit, eine sichere Devensive, ein eingespieltes Team ohne Stars und großer Teamgeist..."
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Mittwoch, 17.01.2007, 21:58

Armine sein, heißt Kämpfer sein !

15

Freitag, 19.01.2007, 07:42

Der Kicker prognostiziert in seiner gestrigen Ausgabe: "Die Arminia hält ohne grössere Probleme die Klasse, verpasst aber einen einstelligen Tabellenplatz.

"Taktisch auf gehobenem Niveau, ist der DSC nur schwer auszuhebeln. Der Defensivblock mit dem Doppelsechser Kauf/Kucera steht für hohe Stabilität. Der ausgeglichen besetzte Kader kann fast jeden Ausfall - (...) - kompensieren. Schwächen: Gegen Mannschaften, die aus einer kompakten Defensive heraus operieren, mangelt es bisweilen am Überraschungsmoment aus dem Mittelfeld."
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Sonntag, 25.02.2007, 15:41

ich weiss nicht ob ich lachen oder weinen soll, wenn ich die kicker Prognose über diesem Beitrag lese ;( :lol:

hier aus der FAZ von gestern - also VOR dem Cottbus Spiel (Unterstreichungen von mir!)

Sport Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2007, Nr. 47, S. 33

Zehn Spiele ohne Bundesligasieg / Arminia Bielefeld im freien Fall
Geideck soll der "Richtige" sein - und Rapolder wartet schon

BIELEFELD. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber vielleicht mancher Absteiger. Arminia Bielefeld ist zwar längst noch nicht aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen, erinnert jedoch an einen Fallschirmspringer, der bei bestem Wetter aus luftiger Höhe abgesprungen ist, einen kritischen Punkt erreicht hat und noch immer darauf wartet, dass der Schirm sich öffnet (das ist das Problem, man wartet mehr als dass man agiert, Anm. Leo). Die Ostwestfalen haben seit zehn Spieltagen nicht mehr gewonnen und in dieser Zeitspanne nur vier Punkte erstritten. Nach der zwölften Meisterschaftsrunde waren sie Fünfter der Tabelle, inzwischen trennt sie nur noch ein Punkt vom Sechzehnten Energie Cottbus, ihrem Auswärtsgegner an diesem Samstag. Das nennt man wohl einen freien Fall im Fußball. Was steigt, ist allein die Beschleunigung nach unten.

Beim Öffnen des Fallschirms wirken die Bielefelder ein wenig unbeholfen. Den Trainer haben sie nach langen Querelen und erst nach der Winterpause gewechselt; das erste Spiel unter neuer Leitung mit einer für Spieler, Trainer und Fans frustrierenden Leistung verloren. Also wenden sie den Blick in die Geschichte des sechsmaligen Absteigers und erklären den Sinkflug zu einem Teil der Bielefelder Normalität. In prekärer Lage erhoffen sie sich Hilfe von der Macht der Gewohnheit. Der Blick in die Tiefe ist ihnen vertraut und ruft kein Schwindelgefühl mehr hervor. "Wir sind Arminia Bielefeld, und wir sind es gewohnt, gegen den Abstieg zu kämpfen", sagt der neue Cheftrainer Frank Geideck. Wir haben die Stabilität und die Klasse, uns durchzusetzen, da bin ich mir sicher."

Zuletzt, bei Geidecks Premiere, war davon nichts zu sehen. Im Gegenteil, bei der Heimniederlage gegen Bochum kickte die Mannschaft wie zuletzt unter Vorgänger Thomas von Heesen - und zeitweise wie unter Schock. Die Verantwortlichen wurden gefragt, ob sie in der Trainerfrage richtig entschieden hätten, als sie Geideck nach zehn Jahren vom Co- zum Cheftrainer befördert hätten; ob sie nicht abermals Uwe Rapolder, den Erfinder des Bielefelder Konzeptfußballs, hätten berufen sollen. Wie Insider berichten, stellt sich mancher intern diese Frage noch immer - oder schon wieder. Öffentlich sprechen die Verantwortlichen dem neuen Trainer ausnahmslos das Vertrauen aus. Was sollen sie auch sonst tun nach nur zwei Wochen und einem schlechten Spiel, das er zu verantworten hat? "Geideck ist der Richtige", behauptet Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick.

Rapolder indes besitzt zwar keinen Arbeitsvertrag, aber, wie er selbst behauptet, auch noch Befürworter an der Bielefelder Basis. Schwick lässt sich davon nicht beeindrucken. "Die Fans hätten vielleicht auch gerne Hitzfeld oder Daum gehabt. Aber diese Beispiele zeigen derzeit, dass große Namen keine Wunder bewirken." Der bodenständige Präsident lässt sich von der Misserfolgsserie (vier Niederlagen nacheinander) nicht so verunsichern wie die Mannschaft auf dem Platz. Im Abstiegskampf sei innere Stärke gefordert, sagt er. "Wer die Nerven verliert, scheidet aus." Im Fernsehen analysierte Rapolder jüngst die Mängel der Bielefelder Mannschaft und äußerte die Vermutung, Geideck könnte bei seiner Mission bald an Grenzen stoßen. "Es wird schwierig für Frank. Er besitzt wenig Erfahrung als Cheftrainer und hat einen harten Brocken Arbeit vor sich." Diese Arbeit hätte Rapolder am liebsten selbst verrichtet, und offenbar macht er sich noch immer Hoffnungen. Was immer Rapolder im Schilde führen mag: Geideck behauptet, es nicht persönlich zu nehmen. "Wenn Uwe als Experte engagiert wird und sagt, was er auf dem Spielfeld sieht, ist das mein geringstes Problem." Der Trainer hat offenbar längst erkannt, dass der Druck auf ihn schon nach kurzer Zeit wachsen könnte, wenn der Erfolg sich nicht rasch einstellt. Geideck findet seine Situation, trotz des Fehlstarts, "richtig interessant".

Mannschaftskapitän Mathias Hain erklärt die Trainerfrage für nachrangig. "Als Profi sollte ich mich mit dem Trainer eigentlich überhaupt nicht beschäftigen", sagt der Torwart. Die Aufgabe eines Spielers bestehe darin, das Beste aus seinem Körper herauszuholen, sein Talent zu nutzen und sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. "Das kann ich doch nicht davon abhängig machen, welcher Trainer da ist, kommt oder kommen könnte", sagt Hain. "Ich spiele nicht für Uwe Rapolder, Frank Geideck oder Thomas von Heesen, sondern um ein gutes Mannschaftsergebnis zu erzielen. Es ist mir egal, wie mein Trainer heißt." Den neuen Trainer, im Falle einer weiteren Niederlage gegen Cottbus, schon wieder in Frage zu stellen, hielte Hain allerdings "für absolut schwachsinnig". Geideck indes befasst sich auch mit dem ungünstigsten Fall. "Wenn wir unter meiner Regie alles verlieren, habe ich hier nichts zu suchen." Mit Geideck als Chef alles verlieren - so weit dürfte es nicht kommen, so oder so nicht.

RICHARD LEIPOLD

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »OhLeoIsoaho« (25.02.2007, 15:45)


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17

Montag, 26.02.2007, 00:16

Und dieser Kommentar aus der "FAZ" spricht mri aus dem Arminenseelchen:

http://news.google.de/news/url?sa=t&ct=d…&cid=1104001228
Noch 102 Punkte!


Die Philosophen haben die Verhältnisse nur verschieden interpretiert. Es kommt aber darauf an, sie zu ändern.



18

Montag, 26.02.2007, 00:21

Ein kleiner Auszug davon, der wohl auch von der überwiegenden Mehrheit hier aus dem Forum stammen könnte!

Zitat

Geideck jedoch ist, weil der ideale zweite Mann, kein tauglicher Ersatz für die Chefposition. Der Mann leidet fast noch mehr als seine abstiegsangsterfüllten Spieler an der von ihm nicht gebremsten Pleitewelle. Wie sie beim Fahrstuhlverein Arminia angesichts des schon unter von Heesen negativen Laufs darauf kommen konnten, dessen loyalsten Zuarbeiter mit der Krisenbewältigung zu beauftragen, ist ein Rätsel.


Der Artikel auf der NW News lässt bzgl. eines Trainerwechsels nicht viel hoffen. Hier wird Saftig zitiert, dass man die Entscheidung nicht nach 2 Spielen in Frage stellen werde und die arena Informationen bzgl. Rapolder bar jeder Grundlage waren. Also wird sich wohl bis zum Wochenende nix tun!
Mathias Hain: "Wir standen zwei Mal im Pokal-Halbfinale und waren fünf Jahre in der ersten Liga. Da darf man doch jetzt nicht so schlecht dastehen"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »LeckerKnoppers« (26.02.2007, 00:24)


19

Montag, 26.02.2007, 01:34

Mir stellt sich immer wieder die Frage, was noch alles passieren muss, damit sich was entscheidendes tut. :nein:

Wenn wir zu Hause von Nürnberg vorgeführt werden, sagen die Herren wieder, "nach nur 3 Spielen kann man einen Trainer nicht schon in Frage stellen". Das lässt sich dann problemlos fortsetzen, bis es dann schlussendlich auch rechnerisch zu spät ist. :(





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20

Montag, 19.03.2007, 09:11

die FAZ mit einer sehr guten Analyse unserer Situation

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2007, Nr. 66, S. 28

Dankbarer Spielball
Wie Bielefeld sich vom vermeintlichen Spitzenteam zum ersten Abstiegskandidaten wandelte / Von Peter Penders

AACHEN. Visionen sind wichtig in diesem Geschäft, und manchmal werden Trainer und Sportdirektoren auch daran gemessen, ob sie überhaupt welche haben. Aber mitunter sind solche Gedanken auch riskant und gefährlich - wenn keine Einigkeit darüber besteht, wie die Zukunft denn gestaltet werden soll. Die sah im November rosarot aus in Bielefeld, als sich die Arminia anschickte, über alle gesteckten Ziele hinauszuschießen. "Warum sollte der Uefa-Cup kein Thema für uns sein?", fragte Innenverteidiger Westermann damals und musste nicht einmal befürchten, ausgelacht zu werden. Wieso auch: Die Arminia hatte gerade in letzter Minute einen Sieg in Dortmund verpasst, Aachen beim 5:1 die Grenzen gezeigt und beim 3:0-Erfolg in Frankfurt brilliert.

Das ist erst fünf Monate und für die Fans doch eine gefühlte Ewigkeit her. Nach dem 16. Spieltag standen die Ostwestfalen mit 22 Punkten auf dem 6. Tabellenplatz, nur zwei Zähler von Hertha HSC entfernt. Doch nun, nach der 0:2-Niederlage in Aachen, der siebten in den letzten acht Spielen, ist die Arminia auf dem vorletzten Platz mit 26 Punkten angelangt, und nichts erinnert mehr an die Hinrunde. Und jeder fragt sich: Wie geht das?

Der Niedergang begann mit einer Vision, und die hatte der damalige Trainer und ehemalige Sportdirektor Thomas von Heesen. Er wollte nicht immer nur gegen den Abstieg spielen, und weil die Arminia damit in den vergangenen beiden Jahren schon nichts mehr zu tun gehabt hatte und nun auch noch sehr ansehnlich Fußball spielte, fand von Heesen, dass die Zeit gekommen sei, etwas mehr zu wagen. "Der Verein muss sagen, was er will", sagte er. Klang plausibel, hatte aber auch den Hintergrund, dass der Trainer in der Sommerpause nicht die Spieler bekommen hatte, die er haben wollte. Von Heesen ließ außerdem selten einen Zweifel daran, dass er seinen Nachfolger Reinhard Saftig als Sportdirektor für eine Fehlbesetzung hielt, und drohte vorsichtshalber, dass seine Philosophie und die des Vereins kompatibel sein müssten. Und im Nachhinein lässt sich feststellen, dass in diesem Moment mitten im Sonnenschein die dunklen Wolken aufzogen, die sich mittlerweile als Dauergewitter über Bielefeld entladen.

Wochenlang zog sich danach die Frage hin, ob der Trainer bleibt oder geht, ob er mehr Macht bekommt, ob sich die Vision des Vereins mit der des Trainers deckt. Es gab ein Gespräch über die Vertragsverlängerung, nach dem von Heesen bekannte, kein Konzept des Vereins für die Zukunft erkannt zu haben. Saftig und Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch sahen keinen Gesprächsbedarf, setzten dem Trainer eine Frist, die er prompt verstreichen ließ. Wohl selten ist ein Verein so sehenden Auges in die Krise geschlittert wie die Arminia, die sich in Sicherheit wähnte und demnächst vermutlich in der zweiten Liga wiederauftaucht. Präsident Schwick hätte das Kindergarten-Theater seiner leitenden Angestellten mit einem Machtwort beenden können, wenn nicht müssen - aber da die Bundesligazugehörigkeit nicht in Gefahr schien, passierte nichts.

Die Arminia aber startete schlecht in die Rückrunde, dann warf von Heesen nach dem 0:1 gegen die Bayern hin, und sein Assistent Frank Geideck bekam die Aufgabe vorgesetzt, eine verunsicherte Mannschaft wieder stark zu reden. Das ging prompt schief, und so wurde in der vergangenen Woche mit Ernst Middendorp ein alter Bekannter zurückgeholt. Schon zweimal war er Trainer bei der Arminia, bei den Fans hat er Kultstatus, und sein Wort hat Gewicht in diesem Klub. Möglicherweise ist Middendorp genau diese Autorität, die in diesem Durcheinander gefehlt hat. "Es ist immer noch möglich, den Abstieg zu verhindern. Und dafür müssen wir gemeinsam mit Bielefeld alles, was in der Stadt möglich ist, aufstellen", sagte er nach dem 0:2 von Aachen.

Die schwer enttäuschten Fans zu mobilisieren wird nicht einfach, denn sie ahnen, dass dieses Desaster einer Mischung aus Machtgehabe, Eitelkeit, Ahnungslosigkeit und der Begleichung von alten Rechnungen geschuldet ist. Denn die Vermutung, von Heesens Wechsel vom Sportdirektor zum Trainer sei deshalb zugestimmt worden, weil man ihn bei einem möglichen Misserfolg leicht loswerden könnte, hielt sich beständig. Es kam anders, sie hatten Erfolg, und der von allen Seiten für den Fußball der Arminia gelobte von Heesen wiederum gefiel sich in diesem Moment der Stärke in der Rolle des Visionärs.

Geblieben ist nichts, nicht einmal etwas vom Konzeptfußball der Arminia. In Aachen sah von Middendorp einen deutlichen Fortschritt gegenüber der Niederlage in Mainz, aber mit dem, was die Arminia im Herbst auszeichnete, hatte das nichts zu tun. Die Spieler haben offensichtlich den Glauben an das System verloren, das sie einst stark gemacht hat. Den ballführenden Gegner mindestens doppeln, unter Druck setzen und zu schlampigen Abspielen oder gleich zum Ballverlust zu zwingen - das funktioniert in einer verunsicherten Mannschaft nicht, in der jeder mit sich selber genug zu tun hat und obendrein schon gar nicht mehr weiß, was mit den wie auch immer eroberten Bällen anzufangen wäre. Die Arminia, die einst glaubte, auf allen Positionen doppelt besetzt zu sein, ist reduziert auf die individuelle Klasse ihrer Spieler, und die ist nicht besser, als der Tabellenplatz aussagt.

"Wir haben geduldig gespielt und auf die Fehler gewartet", sagte der Aachener Jan Schlaudraff, der das überfällige 1:0 (71.) erzielte und vor dem Elfmeter zum 2:0 von Reghecampf (75.) von Borges gefoult worden war. Noch im Herbst hätte die Alemannia, die sich mit drei Siegen nacheinander in eine hervorragende Position gebracht hat, da lange warten können. Aber mittlerweile ist aus dem einst undankbaren Gegner Bielefeld ein willkommener Spielball geworden. "Gegen Dortmund geht es in zwei Wochen darum, wieder ins Rennen zu kommen", sagt Middendorp und verbreitet Zuversicht. Er hatte schon einige schwere Aufgaben in Bielefeld zu bewältigen - aber keine erschien so kompliziert zu lösen.