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1 341

Freitag, 2.02.2018, 23:57

Ich muss sagen, dass ich immer ein Kritiker von Arabi war und auch noch bin. Allerdings muss ich seine Leistung mit Bekanntwerden der finanziellen Situation in den letzten Jahren schon nochmal neu bewerten. Für mich ist sowieso nach wie vor nicht nachvollziehbar, wie man in den letzten Jahren die Situation des Vereins nach außen dargestellt hat; ich bin davon ausgegangen, dass mit Erhalt der zweiten Liga auch eine Konsolidierung des Vereins möglich ist. Diese Botschaft wurde auch noch ganz klar auf der letzten Mitgliederversammlung vermittelt. Dass sich die Situation schon seit Jahren völlig anders dargestellt hat, wie wir jetzt erfahren mussten, war nicht erahnbar und aus meiner Sicht auch eine Vereinspolitik, die sicherlich nicht nur Meinke anzulasten ist. Dass die Sache jetzt scheinbar in diesem grandiosen Bündnis (bisher ist abgesehen von Willensbekundungen und Bedingungen noch nichts ereicht) endet, überdeckt viele Verfehlungen der Vergangenheit. Von Transparenz keine Spur.
Es ist nicht Arabis Aufgabe, über die reellen finanziellen Möglichkeiten des Vereins zu informieren. Er musste mit dieser Misere umgehen, ohne nach außen wirklich offen kommunizieren zu können. Wahrscheinlich wusste er selber nicht, warum ihm z.B. zu Beginn der Saison der Etat für den Kader gekürzt wurde. Wir haben es leider auch erst jetzt erfahren...zum Kotzen, liebe Vereinsverantwortlichen.
Daher denke ich, dass er im Bereich der Spielerverpflichungen durchaus immer wieder ein gutes Händchen hatte. Ich möchte das hier jetzt nicht im Einzelnen ausführen, da waren sicherlich auch genug Kandidaten dabei, die absehbar einfach blind waren und fußballerisch nichts in unserem Verein zu suchen hatten, andere Experimente mit bewiesenermaßen guten Fußballern im gesetzten Fussballeralter kann man probieren. Insgesamt hat er allerdings keine so schlechte Bilanz, wenn man rückblickend bedenkt, welche Möglichkeiten er hatte.
Was allerdings die strategische Ausrichtung im sportlichen Breich angeht, bleibe ich bei meiner Skepsis. Für mein Verständnis muss ein sportlicher Leiter eine Philosophie im sportlichen Bereich vorgeben und danach alles ausrichten. Beginnend von der E-Jugend bis zum Profikader. Die Idee oder Philosophie habe ich bei Arabi nie erkennen können. Er hat einfach nur Glück oder Pech gehabt mit seinen Trainerverplichtungen. Als er Rehm geholt hat, hatte ich der erste mal das Gefühl, dass man über eine strategische Ausrichtung im Verein nachgedacht hat. Leider hatte Herr Rehm letztlich nicht die nötige Rückendeckung im Verein und bei der Mannschaft. Dass er jetzt mit Saibene jemand gefunden hat, der aus meiner Sicht wirklich ein ganz besonderer Trainer für diesen Verein ist, ist ihm natürlich hoch anzurechnen. Oder ist es nur ein Zufallstreffer? Keine Ahnung, aber einen Luxemburger muss man erstmal auf dem Schirm haben...ohne die Verpflichtung Saibenes gäbe es diesen Verein heute wahrscheinlich nicht mehr.
Alles in Allem muss man wohl sagen, dass es deutlich schlechtere, inkompetentere und wahrscheinlich korruptere Sportchefs im Profibereich gibt, als Herrn Arabi. Und man darf sein Alter nicht vergessen. Er hat hier mir 32? Jahren angefangen, und ist mit jetzt 39 sicherlich noch nicht am Ende seiner Lernfähigkeit. Daher, falls Sie hier mitlesen Herr Arabi, wünsche ich alles Gute zum Geburtstag und hoffe auf eine gemeinsame, erfolgreiche Zukunft.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Pasi« (3.02.2018, 00:14)


1 342

Samstag, 3.02.2018, 09:05

... Dass er jetzt mit Saibene jemand gefunden hat, der aus meiner Sicht wirklich ein ganz besonderer Trainer für diesen Verein ist, ist ihm natürlich hoch anzurechnen. Oder ist es nur ein Zufallstreffer? Keine Ahnung, aber einen Luxemburger muss man erstmal auf dem Schirm haben...ohne die Verpflichtung Saibenes gäbe es diesen Verein heute wahrscheinlich nicht mehr.

Samir Arabi kennt seit Jeff Saibene seit gut acht Jahren. Damals war Arabi Chefscout in Aachen und Saibene betreute die U21 in Luxemburg. Arabi wollte den Cheff auch gern bereits als Rehm-Nachfolger holen. Da mochte Saibene aber aufgrund der Vertragssituation beim FC Thun noch nicht drüber nachdenken. Umso schöner, dass er es vielleicht im Hinterkopf hatte und im weiteren Saisonverlauf frühzeitig die Nachfolge beim Schweizer Verein geregelt hat.



Zitat

...Als er Rehm geholt hat, hatte ich der erste mal das Gefühl, dass man über eine strategische Ausrichtung im Verein nachgedacht hat. Leider hatte Herr Rehm letztlich nicht die nötige Rückendeckung im Verein und bei der Mannschaft...
Arabi hat sich mal relativ deutlich zu der Situation mit Rüdiger Rehm geäußert, hoffentlich bekomme ich es sinngemäß hin:
"Der Rüdiger ist kein schlechter Trainer, der wollte möglicherweise in zu kurzer Zeit zu viele Dinge ändern. Das Problem war auch, dass sein Kader zu der Zeit kaum nach seinen Wünschen ausgerichtet war. Jetzt könnte es durchaus sein, dass er im weiteren Verlauf mit seiner jugendlichen Ungeduld bei so gestandenen Zweitliga-Spielern auf wenig Gegenliebe gestoßen ist."

1 343

Samstag, 3.02.2018, 14:13

Ich muss sagen, dass ich immer ein Kritiker von Arabi war und auch noch bin. Allerdings muss ich seine Leistung mit Bekanntwerden der finanziellen Situation in den letzten Jahren schon nochmal neu bewerten. Für mich ist sowieso nach wie vor nicht nachvollziehbar, wie man in den letzten Jahren die Situation des Vereins nach außen dargestellt hat; ich bin davon ausgegangen, dass mit Erhalt der zweiten Liga auch eine Konsolidierung des Vereins möglich ist. Diese Botschaft wurde auch noch ganz klar auf der letzten Mitgliederversammlung vermittelt. Dass sich die Situation schon seit Jahren völlig anders dargestellt hat, wie wir jetzt erfahren mussten, war nicht erahnbar und aus meiner Sicht auch eine Vereinspolitik, die sicherlich nicht nur Meinke anzulasten ist. Dass die Sache jetzt scheinbar in diesem grandiosen Bündnis (bisher ist abgesehen von Willensbekundungen und Bedingungen noch nichts ereicht) endet, überdeckt viele Verfehlungen der Vergangenheit. Von Transparenz keine Spur.
Es ist nicht Arabis Aufgabe, über die reellen finanziellen Möglichkeiten des Vereins zu informieren. Er musste mit dieser Misere umgehen, ohne nach außen wirklich offen kommunizieren zu können. Wahrscheinlich wusste er selber nicht, warum ihm z.B. zu Beginn der Saison der Etat für den Kader gekürzt wurde. Wir haben es leider auch erst jetzt erfahren...zum Kotzen, liebe Vereinsverantwortlichen.
Daher denke ich, dass er im Bereich der Spielerverpflichungen durchaus immer wieder ein gutes Händchen hatte. Ich möchte das hier jetzt nicht im Einzelnen ausführen, da waren sicherlich auch genug Kandidaten dabei, die absehbar einfach blind waren und fußballerisch nichts in unserem Verein zu suchen hatten, andere Experimente mit bewiesenermaßen guten Fußballern im gesetzten Fussballeralter kann man probieren. Insgesamt hat er allerdings keine so schlechte Bilanz, wenn man rückblickend bedenkt, welche Möglichkeiten er hatte.
Was allerdings die strategische Ausrichtung im sportlichen Breich angeht, bleibe ich bei meiner Skepsis. Für mein Verständnis muss ein sportlicher Leiter eine Philosophie im sportlichen Bereich vorgeben und danach alles ausrichten. Beginnend von der E-Jugend bis zum Profikader. Die Idee oder Philosophie habe ich bei Arabi nie erkennen können. Er hat einfach nur Glück oder Pech gehabt mit seinen Trainerverplichtungen. Als er Rehm geholt hat, hatte ich der erste mal das Gefühl, dass man über eine strategische Ausrichtung im Verein nachgedacht hat. Leider hatte Herr Rehm letztlich nicht die nötige Rückendeckung im Verein und bei der Mannschaft. Dass er jetzt mit Saibene jemand gefunden hat, der aus meiner Sicht wirklich ein ganz besonderer Trainer für diesen Verein ist, ist ihm natürlich hoch anzurechnen. Oder ist es nur ein Zufallstreffer? Keine Ahnung, aber einen Luxemburger muss man erstmal auf dem Schirm haben...ohne die Verpflichtung Saibenes gäbe es diesen Verein heute wahrscheinlich nicht mehr.
Alles in Allem muss man wohl sagen, dass es deutlich schlechtere, inkompetentere und wahrscheinlich korruptere Sportchefs im Profibereich gibt, als Herrn Arabi. Und man darf sein Alter nicht vergessen. Er hat hier mir 32? Jahren angefangen, und ist mit jetzt 39 sicherlich noch nicht am Ende seiner Lernfähigkeit. Daher, falls Sie hier mitlesen Herr Arabi, wünsche ich alles Gute zum Geburtstag und hoffe auf eine gemeinsame, erfolgreiche Zukunft.
Dem ersten Teil kann ich voll zustimmen. Ich fühle mich im Nachhinein auch ziemlich verarscht, weil ich dachte, wenn wir nur den Abstieg in die 3. Liga vermeiden wird es auf Dauer in Liga 2 auch finaziell aufwärts gehen, wie es uns so oft versprochen wurde. Das hinterlässt, so schön die Rettung und die Chancen für die Zukunft jetzt auch sind, doch einen sehr faden Beigeschmack. Dabei habe ich mich bei der Wahl des Präsidiums auch enthalten, auch wenn das letztlich ein symbolischer Protest ist.

Den zweiten Teil sehe ich doch etwas kritisch. Ein stringentes Konzept von der Jugend bis hin zu den Profimannschaften, nach dem alle Spieler inkl. Trainer ausgewählt werden ist sicherlich genial, de facto leben das aber nur sehr wenige Vereine wirklich. Und die meisten davon sind deutlich weiter an der Spitze der Nahrungskette angesiedelt als wir. So etwas muss über Jahre oder Jahrzehnte organisch wachsen, was kaum möglich ist, wenn man alle zwei Jahre kurz vorm Abstieg oder der Insolvenz steht. Und das lässt sich auch nicht an einer Person festmachen, sondern da muss der ganze Verein bis runter zu den Jugendtrainern und Scouts an einem Strang ziehen.
"Was da im Internet zwischen 22 Uhr und halb eins von Halbakademikern betrieben wird, ist unsäglich und desaströs. Denen sollte man ein Kicker-Managerspiel schenken, aber aus dem Profifußball sollten sie sich raushalten. Davon haben sie keine Ahnung." (Heribert Bruchhagen)

1 344

Samstag, 3.02.2018, 15:08

Das beste Konzept und die ausgetüftelste Strategie hilft nicht, wenn man 3 mal hintereinander verliert. Ausnahmen vielleicht Freiburg, Mainz und Augsburg, die in den letzten Jahren unheimlich viel richtig gemacht haben.

1 345

Samstag, 3.02.2018, 16:47

Für mein Verständnis muss ein sportlicher Leiter eine Philosophie im sportlichen Bereich vorgeben und danach alles ausrichten. Beginnend von der E-Jugend bis zum Profikader. Die Idee oder Philosophie habe ich bei Arabi nie erkennen können.
100% meine Meinung (wie der Rest Deines Beitrags übrigens auch)!

Ich bin mir aller Zwänge und Nöt(h)e der letzten Jahre bewusst, aber ich bin der festen Überzeugung, dass eine einheitliche Vereinsphilosophie unsere einzige Möglichkeit ist, zu einem Ausbildungsverein zu wachsen, der man ja gerne sein möchte und der hohe Ablösen für selber ausgebildete Spieler generiert. Wenn ich heute die U23 sehe, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Vielleicht besteht durch Hilfe des Bündnisses jetzt die Möglichkeit des freieren Atmens und die Change, so etwas zu entwickeln.

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1 346

Samstag, 3.02.2018, 19:45

Ich muss sagen, dass ich immer ein Kritiker von Arabi war und auch noch bin. Allerdings muss ich seine Leistung mit Bekanntwerden der finanziellen Situation in den letzten Jahren schon nochmal neu bewerten. Für mich ist sowieso nach wie vor nicht nachvollziehbar, wie man in den letzten Jahren die Situation des Vereins nach außen dargestellt hat; ich bin davon ausgegangen, dass mit Erhalt der zweiten Liga auch eine Konsolidierung des Vereins möglich ist.


Ich gehörte immer zu den Arabi-Verteidigern, gerade weil ich ahnte, dass die Finanzsituation offiziell immer etwas geschönt darsgestellt wurde, um Unruhe im Umfeld (Fans) zu vermeiden, was schnell auch einen sportlichen Abwärtsstrudel auslösen hätte können. Ich vermute, man hat im Hintergrund (insbesondere die uns unterstützenden Unternehmen) schon länger nach einer umfassenden Lösung für die Entschuldung gesucht, als dass sie "5 Jahre 2.Liga am Stück" jemals hätten sein können. Allerdings brauchte es wohl einen Herr Rejek, um so eine Lösung mal mit Unternehmen anzustoßen.

Mir war ziemlich klar, dass die Finanzsituation jedes Jahr dramatisch sein musste, angesichts der Schuldenlast und der andauernden Bekanntgabe von Stundungen. Zwischen den Zeilen (irgendwann rutschte mal einem Offiziellen so etwas heraus wie "jede Saison ist eine finanzielle Gratwanderung") konnte man eigentlich Jahr für Jahr deuten, dass Arminia finanziell noch lange nicht aus dem Schneider war.

Und vor diesem Hintergrund habe ich Arabi eigentlich immer verteidigt, nicht weil er eine Granate nach der anderen aus dem Hut zauberte, sondern weil er häufig mit sehr viel Herzblut viel Überzeugungsarbeit leisten musste, um den einen oder anderen Leistungsträger lautlos nach Bielefeld zu lotsen. Dass darunter immer Leihgeschäfte waren, ist dann natürlich allzu verständlich. Für mich ist Arabi ein Glückfall, der zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist (trotz einiger falscher Trainer-Verpflichtungen). Da hatten wir schon ganz andere Selbstdarsteller an Bord und da ist mir ein stiller im Hintergrund arbeitender Arabi viel viel lieber.

Dass sich nun mancher Abgang darüber beschwerte, er sei nach so vielen Jahren nicht gebührend verabschiedet oder zu lange im Unklaren über seine Zukunft gelassen worden, rechne ich dem finanziellen Chaos und dem zeitlichen Druck an, bei denen Arabi (und Saibene) die Prioriäten ganz klar auf Verhandlungen mit die Mannschaft verstärkenden Neuzugängen legen musste. In einer ruhigeren Zeit mit früherer Planungssicherheit wäre mancher Spieler auch entsprechend verabschiedet worden.